Ich sag jetzt auch mal was dazu... Schleckermitarbeiter als Erzieher

Veröffentlicht auf von Alice

"Schlecker-Mitarbeiter sollen in Kitas und Pflegeheimen arbeiten

Arbeitsministerin von der Leyen will Schlecker-Beschäftigte zu Erziehern und Altenpflegern umschulen lassen. Diese Idee stößt auch bei ver.di auf Zustimmung."

Es regt mich auf, wirklich.
Ich selbst mache die Ausbildung zur Erzieherin (die hier in Bayern wohlbemerkt FÜNF Jahre dauert!!) und fühle mich beleidigt. Aber fangen wir von vorne an.
Was denken die Leute, wenn sie den Beruf "Erzieher" hören?
-Kindergarten
-Rumsitzen
-Kaffee trinken
-Zeit totschlagen
-Ab und an mal spielen
-Klischees besagen, dass es überwiegend fette, alte Weiber sind, die selbst keine Kinder wollen oder keinen Kerl abbekommen
-> Der Leistung entsprechend ein niedriges Gehalt
Mein erstes Ausbildungsjahr im Kindergarten geht jetzt zur Neige &' nicht selten hab ich von Eltern gehört: "Ich muss jetzt arbeiten gehen, wie gern würde ich mit euch (Erzieherinnen) tauschen."
Das Gleiche hört man bei den Altenpflegern genauso.

So, &' was denken die Leute, wenn sie an "Schleckermitarbeiter" denken?
-Wenig Stress
-Viel rumsitzen
-Fette, alte Weiber
-> Der Leistung entsprechend ein niedriges Gehalt

So, sowohl die Erzieher, Kinderpfleger, Schleckermitarbeiter, oder andere Drogerie-oder Lebensmittellädenangestellte wird das oben genannte wohl sehr annerven :D

Warum?
Weil hier Klischees bedient werden. Warum treiben wirs nicht so weit &' stellen keine blonden Lehrer mehr ein? Immerhin sind Blondinen doch dumm.
Oder wir schläfern alle Menschen mit AD(H)S ein, weil die beißen jah andere Menschen &' übertragen Krankheiten :D

Was soll das???

Ich sag euch, was sich die Politiker denken:
Das sind Berufe, die man lernt, wenn man sonst nichts kann.
Das sind Berufe für Menschen, die nichts im Kopf haben.
Das sind Berufe, die jeder machen kann.
Das sind die Berufe der UNTERSCHICHT.
Erzieher werden gesucht? Naja Erzieher oder Altenpfleger kann doch jeder machen. Ist jah kein Ding.
Sie halten sich für etwas besseres &' haben keine Ahnung, wie es ist für so wenig Geld seine ganze Zeit zu investieren, sich die Hände kaputt zu arbeiten, jeden Tag mit Rückenschmerzen aufzuwachen, tagtäglich an Grenzen gebracht zu werden, unsinnige Diskussionen zu führen &' dann von der Gesellschaft als faul &' dumm bezeichnet zu werden.

Ich selbst investiere (und damit meine ich wirklich INVESTIERE &' nicht VERSCHWENDE) 14 Stunden jeden Tag in meine Ausbildung.
Manchmal sogar mehr, wenn ich für die Klausuren lerne.
Ich mach Sachen, die nicht zur Definition des Berufs des Erziehers dazu gehören, ich mach Dinge, die weit darüber hinausgehen.
Und das macht jeder Azubi, jeder Erzieher und jeder Kinderpfleger. Und so viel ich von meiner Mama (Krankenschwester und tätig in der Altenpflege) weiß, auch in der Altenpflege.

Wie eine Schleckermitarbeiterin sagte:
"Erzieher ist kein Beruf, es ist eine Berufung"
An dieser Stelle Hut ab für diese Worte.

Meine Meinung hierzu:
Es gibt sicherlich Schleckermitarbeiter, die ein Händchen für Kinder haben, aber man kann jemandem nicht innerhalb von einem Jahr das Wissen eines Erziehers, der fünf Jahre intensiv studiert hat, aneignen.
Das ist erniedrigend und eine Beleidigung für den Beruf des Erziehers. Und auch des Altenpflegers.
Fräulein von der Leyen würde es sicherlich keinen einzigen Tag in unserem Berufsalltag aushalten ;)

Der Beruf zu einer Drogerieangestellten erfordert jede Menge Fleiß, Sozialkompetenz &' gute, mathematische Kenntnisse. Man kann diese Talente andersweitig sinnvoll einsetzen.

Ich könnte das jetzt noch weiter in die Länge ziehen, aber ich denke, meine Botschaft ist angekommen. Als abschließende Worte noch ein Zitat meiner Mutter:

"Warum gehen die Schleckermitarbeiter nicht in die Politik? Dumm Schmarren kann jeder."

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krinsekatze 09/30/2012 14:05

...und nochwas zum thema
kindergärtnerin!

ich bin voll und ganz für das betreuungsgeld.
zuhause betreut werden den kindern eher weniger unbillen
vermittelt.
komisch ist auch, dass wo doch immer weniger kinder
geboren werden immer mehr kindergärtnerinnen "gebraucht" werden!!
das argument, es würden ja immer mehr kitas zu ganztagsbetreuungen umgewandelt kann nicht angewandt werden, da dies die vorgenannte tatsache wiederlegt.

hier gilt es, das der staat flexibel handelt und abwägt,
ob er überbezahlte entlohnt, oder arbeitssuchende
(evtl. gekündigte mütter und omas von schlecker)
zur betreuung von kindern heranzieht!!!)

diese personen, welche kinder und kindeskinder betreut
haben, könnten dies sicherlich ebenso gut und auch
zu geringeren aufwendungen!!!

krinsekatze 09/29/2012 21:45

auf rechtschreibung achten!!!!
aber ist ja scheins nich so wichtig in dem tagwerk!!!

eileen 09/29/2012 19:51

ich lerne auch erzieherin und ich will mal sagen: Jeder der sagt des eine leicher oder gar überflüssige Arbeit soll doch bitte einfach mal selbst ein Jahr im kiga oder ähnlichen arbeiten.

Anna 09/29/2012 14:01

Also ich weiß ja nicht, aber i-wie hast du anscheinend keinen Plan worum es in dem Berufsfeld des Erziehers überhaupt geht, es geht nicht darum, dass man im Stande ist Farben in einander laufen zu
lassen geschweige denn dass wir Kaffee kochen, es geht darum Kinder zu fördern und vor allem aber auch psychologisch einschätzen zu können und dementsprechend Förderungsmöglichkeiten anzubieten...

krinsekatze 09/23/2012 13:16

also-
leichter kann kein geld bekommen (wohlgemerkt nicht verdient) werden.
und für sowas 5 jahre lernen.
wie farben ineinanderlaufen, und welche neue dann ensteht,
dafür braucht man keine 5 jahre.
und kaffee kochen kann bei mama gelernt werden.

alles überflüssig

Alice 09/29/2012 12:37



mach mal ein fsj im kindergarten dann red mer weiter